He Ho, sagt mal an, was gibt’s neues bei Euch! Es gibt ja wohl einige Veränderungen in Eurer Bandbesetzung. Wer ging und wer ist gekommen? Es wird sich ja sicher um erfahrene Musiker handeln oder mussten die Leute neu rekrutiert werden?

Christoph: Da liegst du richtig...wir haben seit dem letztem Jahr ein neuen Drummer und einen neuen Bassisten. Besetzungswechsel sind wir ja im laufe der letzten Jahre leider gewohnt. Aber der besagte Wechsel ist durchweg positiv zu betrachten. Wir waren in wirklich sehr kurzer Zeit, ein sehr gut eingespieltes Team. Um auf deine Frage zurück zu kommen, handelt es sich natürlich um erfahrene Musiker. Die Besetzung ist nun folgende: Christoph: Gesang, Gerolf: Gitarre, Maik: Bass, Thorsten: Drums. Das war aber in Bezug auf Veränderungen noch nicht alles. Wir haben uns entschlossen den Bandnamen zu wechseln. Wir haben über dieses Thema schon eine ganze weile diskutiert und sind nun zu dem Entschluss gekommen uns in Daily Broken Dream umzubenennen. Über unsere Beweggründe, gehen wir in einer späteren Frage noch etwas genauer ein…also Weiterlesen!!! Wir sind aber immer noch auf der suche nach einem geeigneten zweiten Gitarristen (ein Bassisten würden wir auch nehmen, da unser Bassist eigentlich lieber Gitarre spielen würde) Unsere Ansprüche sind nicht allzu hoch, er muss halt nur gut spielen können und darf nicht Rauchen und kein Alkohohl trinken…hehe Vielleicht ließt das hier ja jemand der sich angesprochen fühlt?!? Der jenige kann sich dann gerne unter HC@UntilTheEnd-Records.com  bei uns melden.

Wie läuft denn jetzt der Entstehungsprozess für neue Songs ab? Kann man bald Material in Form einer neuen Veröffentlichung erwarten?

Gerolf: Bei uns gibt es 2 unterschiedliche Entstehungsprozesse für neue Songs. Der eine Weg läuft so ab, dass ich ein komplettes Lied ( mit Text, Gitarre und Drum) erstelle und wir dieses dann im Proberaum weiter ausbauen…!

Christoph: Der andere Weg wäre, das sich unser Drummer  ein paar Gitarren Riffs überlegt (entnommen von seiner „Riff-Ideen Kassette“J) um danach alle gemeinsam die einzelnen Strukturen zusammen zu basteln, so das ich dann auf den fertigen Song ein Text schreiben kann.  Wir arbeiten fleißig an neuen Material und ich denke, dass wir im Sommer soweit sind und ins Studio gehen zu können um unsere neue CD aufzunehmen.

Erzähle doch mal ein bisschen über die neuen Lieder und fasse mal zusammen worum es sich aus textlicher Sicht drehen wird.

Maik: Textlich sind die neuen Lieder sicher interpretationsfähiger als die meisten Lieder anderer Szene-Bands. Konkret handeln sie von Themen wie der Zeit vor dem Mauerfall, der von den jetzigen Machthabern propagierten „Freiheit“, der Suche nach dem richtigen Weg oder auch dem Leben ohne Drogenmißbrauch (wozu wir auch den Alkohol- und Zigarettenkonsum zählen). Über weite Strecken ließen sich solche Lieder vermutlich auch von unpolitischen Bands hören – dies hat zwei Vorteile: Erstens werden diejenigen, die erstmals mit „nationaler Musik“ konfrontiert werden, nicht durch überdeutliche Parolen abgeschreckt, und zweitens regen die Texte doch sehr zum Nachdenken an. Erst kürzlich hatten wir in der Band eine Diskussion darüber, inwieweit Musik als nützliches Propagandainstrument auch „eindeutige“ Botschaften transportieren muss. Ich bin der Meinung, dass gerade Musik wie unsere, die ihre Vorbilder doch allesamt außerhalb der „rechten Szene“ findet, nicht zwangsläufig extreme Polit-Texte braucht, um Wirkung zu zeigen: Schon oft habe ich begeisterten Zuspruch von Leuten aus der Hardcore-Szene bekommen, wenn ich ihnen CDs wie die von Teardown oder Path Of Resistance gab. Dadurch kam man auch ins Gespräch über Politik. Inzwischen sind einiger dieser Leute selbst in der nationalen Bewegung aktiv. Hätte ich denen Landser & Co. gezeigt, wären sie (zumindest damals noch…) sicherlich abgeschreckt und vor allem von der doch sehr einfachen Musik wenig begeistert. Damit will ich natürlich nicht sagen, dass die Szenemusik, bei welcher die Texte im Vordergrund stehen, keine Berechtigung hätte. Jedoch ist gerade bei Musik der härteren Art, wo Texte oft sowieso kaum verständlich sind (oder aufgrund der Sprache nicht verstanden werden), die Chance größer, auch im unpolitischen Lager beachtet zu werden, welche man nicht durch überdeutliche Texte verspielen sollte. Ist erst das Interesse für die Bands geweckt, wird der Hörer spätestens bei der Recherche im Internet darauf kommen, „was“ dahinter steckt. Weil darin mittelbar also auch Propagandawirkung liegt, darf es ruhig mehr „subtile“ Texte von unserer Seite geben. Der Musik tut dies im übrigen keinen Abbruch – die ist bei allen neuen Liedern (zumindest in meinen Ohren) noch eine Steigerung zur letzten CD.

Gerolf: Wie Maik schon sagte, sind unsere Texte doch in einem sehr umfassend, breitem Interpretationsbereich angelegt. Und das natürlich auch mit Grund. Wir möchten dass jeder, der zu unserer Musik findet, sich auch damit identifizieren kann. Egal aus welcher Gesellschaftsklasse (und die daraus resultierenden Probleme) er kommt. Denn die offensichtlichen Probleme der Allgemeinheit sind eindeutig. Aber die Ursachen bzw. Auswirkungen sind oftmals unbewusst. Und diese sind nun mal in den Gesellschaftsschichten unterschiedlich. Unsere Texte handeln vom eigenen Bewusstsein - der Gesellschaft, diesem „Demokratischen“ Staat und sich selbst gegenüber. Man sollte sich doch wirklich mal die Zeit nehmen, um sich über den eigenen momentanen Zustand und dem des Volkes, nachzudenken. Und nicht nur die am Stammtisch auftretenden Probleme erörtern. Aus diesem Aspekt heraus, wollen wir den einen oder anderen mit unserem Texten dazu bewegen, den Kopf zu gebrauchen und über weitaus wichtigere Dinge nachzudenken.

Blickt mal auf das Jahr 2006 zurück. Ihr hattet ja einige Auftritte. Erzähl einmal darüber, gab es viele positive Erlebnisse oder auch Negatives zu berichten.

Christoph: Das Jahr 2006 war eigentlich ziemlich Ruhig was Auftritte betrifft. Wir haben am Anfang des besagten Jahres auf 2 Gigs gespielt und danach standen wir erstmal ohne Drummer da. Wir haben dann bis ende des Jahres mit neuer Besetzung (Drums, Bass) die Zeit im Proberaum genutzt um alle Lieder neu einzuüben und natürlich um an neuen Material zu arbeiten. Vor ein paar Jahren noch, habe ich solche Änderungen in der Besetzung ziemlich negativ beurteilt und ich war jedes mal sehr demotiviert. Diese Meinung habe ich aber diesbezüglich geändert. Dieser Wechsel hatte in Bezug auf Engagierung und auch spielerisches können nur seine vorteile gehabt. Wir haben dann ende des Jahres noch ein paar mal Live gespielt… tja dann war das Jahr 06 auch schon wieder vorbei. So schnell geht das!

Ich sah Euch bei einem Gig im benachbarten Ausland. Dort ist mir aufgefallen das 3 von Euch im Partnerlook rum liefen (hahaha! Sah schwer nach Uniformierung aus, haha). Soll heißen Ihr hattet identische „Drug Free“ Kapuzenjacken an. Erzähl mal wie es zu dieser Straight Edge Lebenseinstellung bei Euch kam

Christoph: Hahaha…war eigentlich eher Zufall das alle diese Jacke am selben Tag trugen. Der Gig im November 06 in Tschechien ist uns in sehr guter Erinnerung geblieben. War ein sehr geiles Konzert mit Fear Rains Down, Teardown, Path of Resistance und Before The War. Es war auch das erste mal das Fear Rains Down (wo ich ebenfalls singe) Live gespielt hat. Um auf deine Frage zurück zu kommen…es hat jeder seine eigenen Gründe weshalb man die Straight Edge Lebenseinstellung für sich gewählt hat. Ich für meinen Teil denke, dass es einfach das Beste für mich persönlich ist und darum sollte es meiner Meinung nach auch gehen. Ich fühle mich ohne Alkohohl und die daraus resultierenden Nebenwirkungen einfach viel besser und ich kann meine Zeit weitaus produktiveren Dingen widmen. Ich habe zwar noch nie geraucht, aber getrunken habe ich schon was…ich finde es ja auch bei anderen Leuten okay wenn sie was trinken….warum auch nicht, muss ja jeder selber für sich entscheiden. Doch aus Erfahrung kann ich sagen, dass es bei sehr vielen Leuten überhand nimmt und sie es einfach übertreiben. Drogen werden ja in unseren Kreisen verteufelt, aber wiederum dieselben Leute die diese Aussagen treffen finden es okay, sich bis in Delirium zu saufen…das verstehe ich nicht so ganz und werde es wohl auch nie. Gerade auf dem letzten Konzert (und auch auf vielen anderen) auf dem wir gespielt haben, hatte ich das Gefühl das diese so genannte „Szene“ fast nur noch aus Alkoholikern besteht.

Gerolf: Ich selber lebe nun schon seit dreieinhalb Jahren Straight Edge. Die Gründe dafür sind eigentlich sehr simpel. Der ausschlaggebende Punkt damals war die Geburt meiner Tochter. Bei uns im Hause gab es noch nie Alkohol und getrunken hat man im Vergleich nun doch eher selten. Meine Tochter sollte nie ihren Vater, nach Alkohol riechend mit einer Pulle in der Hand und wirres zeug redend, kennen lernen. Ich möchte, dass meine Tochter und auch mein Sohn, so spät wie möglich mit Alkohol, Zigaretten oder gar Drogen in Kontakt kommen. Der zweite Grund war der Sport. Dazu muss man ja nichts weiter sagen. Jeder weiß wie schwer Alkohol vom Körper abbaubar ist. Der dritte Grund wurde eigentlich von Christoph schon ziemlich gut beantwortet. Seht euch nur einmal auf Konzerten oder im eigenen Freundeskreis um (nüchtern) und ihr werdet vielleicht erst darüber lachen aber irgendwann erschrecken!!!

Du hast jetzt deine andere Band FRD angesprochen. Wie wird es da weiterlaufen? Ist auch dort neues Material zu erwarten?

Christoph: Wir arbeiten fleißig an neuen Liedern. Bis jetzt haben wir schon 6 Lieder komplett fertig. Wenn alles so klappt wie wir uns das vorstellen, gehen wir dann dieses Jahr auch noch ins Studio. Wir wollen auf der neuen Scheibe dann noch öfters Clean Stellen mit einbauen, was der Musik denke ich mal noch mehr Abwechslung verleit. Des Weiteren sind einige Konzerte im Sommer geplant.

Du betreibst ja Until The End Records. Was denkst du über die Boykottaktion gegen deine Versandkollegen von V7 und den H8 Store?

Christoph: Ich finde das ganze sehr gut. Es folgen endlich mal Taten über was schon seit Ewigkeiten hinterrücks diskutiert wird. Es ist ja in so gut wie jedem Forum ausgiebig besprochen wurden und auch alle Einzelheiten wurden bekannt gegeben. Es kamen ja auch sehr viele Privat Informationen der jeweiligen Versand Betreiben ans Tageslicht, und wenn man sich dann so z.B. die Textil Motive anschaut die im Versand von H8 Store und V7 vertrieben werden…dann passt das Klischee genau wie die Faust aufs Auge. Aber das ist ein ganz anderes Thema, wollte es nur mal kurz anschneiden da mich die „Szene“ zurzeit irgendwie total ankotzt.

Möchtest du auf deine letzte Aussage nicht noch näher eingehen? Was sind die ausschlaggebenden Gründe dafür?

Christoph: Die Szene hat sich in den letzten Jahren zwar stark verändert, aber von einem erwähnenswerten positiven Wandel, kann bei weiten noch nicht die Rede sein. So genannte Politische Veranstaltungen bewirken oft eher das Gegenteil gegenüber der „normalen Bevölkerung“ als das sie nutzen erbringen. Auf Demonstrationen tummeln sich Individuen bei denen jeder normal denkende Mensch Angst oder einen Lachanfall bekommt. Was bitte schön wollen wir erreichen, wenn wir nach außen hin wohl mehr als zweifelhaft wirken. Hinter Info Tischen sitzen Typen mit Gewalt verherrlichend T-Shirt aufdrucken, um Leute aufzuklären das wir doch gar nicht so schlimm sind, wie es in den Medien immer berichtet wird. Das bringt mich dann auch gleich weiter zu den Versenden die solche Niveauvollen Textilien vertreiben. Was man so beim durchstöbern der einzelnen Internet Shops entdeckt, ist echt genau das was der moderne Widerstandskämpfer von Heute für seine äußere Optik benötigt. Viele meist Junge Leute die gerade den weg in unsere Reihen gefunden haben, engagieren sich in vielen Fällen über die ersten Jahre hinweg sehr leidenschaftlich und hingabevoll. Aber dann im zunehmenden Alter wird sehr oft erkannt das die ganze Sache nicht die Energie die man investiert hat gerecht wird. Damit will ich nicht sagen das es leicht ist was Ausschlaggebendes zu erreichen, keine Frage es ist ein langer steiniger Weg. Aber wenn man sich die von mir geschilderten Gegebenheiten mal zu Gemühte führt, wird es auf lange Sicht ein Weg ins Lehre sein. Das sind keine Einzelfälle von denen ich spreche. Ich kenne selber sehr viele gute Leute die einfach keinen Sinn mehr drin sehen z.B. zu Demos zu fahren. Sollte man sich vielleicht mal Gedanken drüber machen?!? Ich bin leider auch selber zum Fazit gekommen, das es wohl weitaus effektiver für mich ist mein eigenes Ding durchzuziehen, als sich durch die geschilderten Gegebenheiten entmutigen zu lassen.

Mir kam zu Ohren das es vor geraumer Zeit bei einem Konzert von Euch zu Zwischenrufen kam weil ihr keinen „ordentlichen Skinheadrock“ spielt bzw wie „Skaterpenner“ rumlauft. Wie geht ihr mit dieser „Kritik“ um?

Maik: Da es unsere Band nicht erst seit gestern gibt, sollte jeder Konzertbesucher eigentlich wissen, was ihn musikalisch erwartet. Daß Leute uns aufgrund unseres Kleidungsstils die Zugehörigkeit zu einer Sache absprechen, der sie selbst durch ihre klischeehafte Erscheinung alles andere als zuträglich sind, ist schon fast aberwitzig. Letztendlich ist uns egal, welcher Art die „Kritik“ dieser Leute ist. Musik ist eine Geschmacksfrage, und nur, weil jemand lieber „Rock“ hört, ist er ja kein schlechterer Mensch. Wenn aber behauptet wird, unsere Musik sei „szenefremd“ und „Ian Stuart würde sich im Grabe umdrehen“, kann ich nur müde lächeln – wer hat denn vor Ian Stuart Rockmusik mit nationalen Texten gemacht? Eigentlich niemand… und plötzlich ist „Rock ´n Roll“ der Inbegriff nationalistischer Musik, Metal, Hardcore oder gar Crossover a la „Eternal Bleeding“ („das ist ja Rap…“) aber gilt als „undeutsch“. Anhand solch scharfsinniger Rückschlüsse kann man leider immer wieder erkennen, dass es in großen Teilen der Szene mit eigenständigem Denken nicht weit her ist. Das hat dann auch nichts mehr mit Musikgeschmack zu tun, sondern nur noch mit Schubladendenken in einer Art, wie es uns von den Medien vorgeworfen wird, wenn es um politische Themen geht. Leider wird dadurch deutlich, daß nicht alle Behauptungen der Medien über die „nationale Szene“ frei erfunden sind. Was soll’s – wie in jeder Ecke der Gesellschaft, gibt es auch bei uns „Licht und Schatten“. Die, die lieber im Schatten stehen bleiben wollen, muß man weder in seinen politischen Kampf einbeziehen, noch sollte man ihrem Urteil größeren Wert beimessen…

Meint ihr eigentlich das euer Bandname noch zeitgemäß ist? Weil Race Riot klingt ja doch recht aggressiv und du meintest ja mal das ihr nicht unbedingt immer in diese sogenannte „Hatecore“ - Schiene gedrängt werden wollt was mit diesem Bandnamen aber doch nicht aus bleibt.

Christoph: Ja wie ich schon am Anfang dieses Interviews geschrieben habe, haben wir entschlossen uns in Daily Broken Dream umzubenennen. Wir sind schon über die letzten Jahre hinweg nicht mehr sehr glücklich mit dem Namen Race Riot. Da er wie du schon in deiner Frage formuliert hast, Race Riot u.a. sehr aggressiv klingt und auch von den meisten Leuten falsch interpretiert wird. Das ganze bedeutet aber nicht das es sich dann bei Daily Broken Dream um eine neue Band handelt. Es ist lediglich ein neuer Name, sonst bleibt alles beim alten. Es ist zwar sehr ungewöhnlich nach fast 10 Jahren seinen Namen zu wechseln, aber wir finden diese Entscheidung durchaus angebracht.

Das ist ja eine äußerst interessante Neuigkeit, ein Namenwechsel ist wirklich eine krasse Entscheidung! Okay, ich danke den Jungs von Daily Broken Dream formerly known as Race Riot für die rasche Beantwortung der Fragen! Keep the sXe spirit alive !