Wie kam es zu dem Zusammenschluss von Fear Rains Down ? Ihr spielt ja alle in separaten Bands, werdet ihr dort nicht genug gefordert das ihr die Zeit habt für solch ein Projekt oder ist es ein Akt der persönlichen Befreiung sich ohne die üblichen Bandmitglieder auf einem Album ausdrücken zu können?

Bob: Beides ist so nicht ganz richtig. Ich wollte in Fear Rains Down spielen weil die Band aus den besten Hatecore Musikern besteht die unsere Szene zu bieten hat. Außerdem habe ich noch nie in einem Projekt mitgewirkt. Eigentlich habe ich dafür auch gar keine Zeit, dennoch habe ich mir Zeit für dieses Projekt genommen, weil ich wusste dass was sehr Interessantes dabei rauskommen wird.

Da ihr alle ziemlich weit voneinander Entfernt wohnt (POR aus dem Norden, RR aus der Mitte der ex DDR und Teardown von der Ostküste der usa) kann ich es mir ziemlich schwierig vorstellen zusammen für dieses Projekt zu proben. Wie kamt ihr mit diesem Problem zu recht? Und über welchen Zeitraum zogen sich die Proben hin?

Andre: Die Entstehung der einzelnen Songs zog sich, angefangen von der Idee überhaupt so ein Projekt zu machen, bis zur eigentlichen Aufnahme, über einen Zeitraum von einem dreiviertel Jahr hin. In dieser Zeit hatten wir nur 2 Tage vor dem Studiotermin die Möglichkeit zusammen zu proben - was wahrscheinlich auch der Grund dafür war, dass wir teilweise 10 Stunden am Tag im Proberaum standen! In der restlichen Zeit ist dann jeder für sich die einzelnen Lieder zu Hause durchgegangen. Aber wie Du schon sagst, ist die Entfernung halt einfach zu groß um regelmäßiges Proben hinzukriegen.

Wie entstehen die Lieder? Macht ihr zuerst die Musik und schreibt dann darauf die Texte oder habt ihr schon ca. 28 Texte auf Lager zu denen ihr dann die Melodien zusammenstellt das es zusammen passt? Beschränkt sich jeder auf die Arbeit mit seinem Instrument oder sind verschiedene Leute für verschiedene Sachen verantwortlich?

Andre: Zu erst haben wir die Musik fertig gestellt. Für diesen Teil waren Bob und ich zuständig. Bob hat zu Hause in den Staaten die Riffs und Melodien geschrieben, die Lieder zusammen mit Sean im örtlichen Proberaum aufgenommen und sie dann uns via Internet zur Verfügung gestellt. Das gleiche hab ich auch gemacht(4 Songs), allerdings hatte ich keinen Sean, sondern so ne Art Drumcomputer. Als die Lieder standen hat Christoph dann darauf die Texte geschrieben. So lief das mit 9 von 11 Liedern. Die Musik der anderen 2 Songs haben wir erst 2 Tage vor Beginn der Aufnahmen im Proberaum gemacht. War zwar recht chaotisch, ging aber.

Die Werbe-Trommel wurde ja ziemlich schnell gerührt. Verbreitung der Info das die CD erscheint in diversen Foren , eigene Internetpräsenz mit Hörproben. Was wird es jetzt noch im Zusammenhang mit dieser Band geben? Das komplette Mercheandise Komplettpaket mit Vinyl Version, Shirts, Handyklingeltöne usw ???

Christoph: In der letzten Zeit hat die Zahl der Neuerscheinungen doch ganz schön zugenommen. Es ist ja mittlerweile so, dass jeden Monat gleich sogar mehrere verschiedene Produktionen den Weg in die einzelnen Shops der Labels finden. Was ja nicht negativ zu Bewerten ist, wenn denn auch die Qualität nicht drunter Leidet. Lange Rede…was ich damit eigentlich sagen will ist, dass man als „neue“ Band ja auf diesem Wege etwas auf sich aufmerksam machen kann. Man muss ja schließlich auch den einzelnen Leuten mitteilen was sie erwartet, denn blind kauft heutzutage kaum noch irgend jemand CDs und vielleicht finden sich dadurch auch ein paar HC Freaks die sich für unsere Musik begeistern lassen. Es wird dann Zeitgleich mit Erscheinen der CD ein Fear Rains Down Shirt geben. Handyklingeltöne sind erstmal nicht geplant ha ha… aber ich glaube das ist in dieser technisch hoch entwickelten Zeit nicht nötig da fast jedes Handy über eine MP3 Funktion verfügt. Man siehe also für die „Hardcore“ FRD Fans ist auch in der Hinsicht gesorgt indem man sich ein Lied auf dem Handy speichert ha ha…

Wird es Live Auftritte von Fear Rains Down geben? Eine Veranstaltung mit den 3 Hauptbands und dem Projekt würde ja nahe liegen.

Bob: Ja, wir planen gerade 2 Konzerte (mit allen Bands). Ich bin darauf sehr gespannt, weil ich denke dass es sehr gute HC Konzerte sein werden.

Fasst doch mal einige Lieder der CD in einigen Sätzen zusammen. Worum gehts im einzelnen?

Christoph: In den Texten geht es zum größten Teil um die allgegenwärtige Gesamtsituation und die vielen Probleme die sich entwickelt haben und beim Namen genannt werden müssen. Die Texte spiegeln das wieder, was wir mit dem Namen Fear Rains Down zum Ausdruck bringen wollen…die Angst und Hoffnungslosigkeit die herab Regnet und uns weg spült wenn wir nicht bereit sind die Augen zu öffnen.

Denkt ihr bewusst darüber nach, oder ist es eurer Meinung nach überhaupt möglich, das ihr mit der richtigen Message in den Texten einiges an der derzeitigen Gesamtsituation ändern könnt?

Christoph: Also wenn ich Texte schreibe ist es mir sehr wichtig, dass die einzelnen Texte auch eine gewisse Botschaft vermitteln. Es bleibt zwar dahingestellt ob man dadurch direkt etwas an der Gesamtsituation ändert, aber zumindest ist es das Ziel die Leute zum nachdenken zu animieren. Das etwas nicht stimmt, wird ja den meisten schon aufgefallen sein, aber es ist ja traurige Tatsache das sich der Großteil der Bevölkerung im dreckigen Wasser der Gleichgültigkeit badet.

Druck hemmt meiner Meinung nach die Kreativität. Wie sah es im Studio aus? Hat die Zeit ausgereicht oder hätte man mit mehr Zeit im Studio noch mehr rausholen können?. Manchmal fallen einem ja erst die tollsten Dinger ein wenn schon alles eingespielt ist und man sich zu Hause die Rohfassung 70 mal reingezogen hat.

Andre: Du sagst es! Zeit war unser Hauptproblem. Von Anfang an stand fest, wir haben nur 4 Tage zum Aufnehmen und 1 Tag zum Mixen. Das ist verdammt hart. Um so mehr Zeit du zur Verfügung hast, um so mehr kannst du machen. Das gilt vor allem für das Doppeln der Rythmus-Gitarren, Cleangesangspuren etc. Auf all das mussten wir leider verzichten und einige Kompromisse eingehen. Wir nahmen zum Beispiel die Drums und die erste Gitarre gleich live auf, um Zeit zu sparen. Für die Zukunft gilt auf jeden Fall, sich mehr Zeit fürs Studio zu nehmen. Dennoch sind wir mit dem Endergebnis dieser Aufnahmen zufrieden und freuen uns aufs nächste Mal!

Christoph: Es ist kein schönes Gefühl wenn einem die Zeit im Nacken sitzt…ging aber leider nicht anders. Wie Andre schon erwähnte, hätte man vieles noch verfeinern können. Es war auch ganz schön stressig so unter druck zu arbeiten. Am besten ist es ja wenn man nachdem alles fertig aufgenommen ist, sich jeder die Aufgenommenen Lieder mit nach hause nimmt und in ruhe anhört und dabei überlegt was man noch verbessern bzw. ändern kann …aber na ja so was ist halt der optimal Fall, der leider nicht zu verwirklichen war. Bei der nächsten CD planen wir auf jedenfall etwas mehr Zeit ein.

Fear Rains Down / 2006